Einleitung

Start Einleitung Zielrichtung der Confessiones Das Wesen der Zeit Die Ewigkeit und die Zeit Der caelum caeli - der Ort der Zeitüberlegenheit Schlussbetrachtung

 

Einleitung

Die philosophische Reflexion über die Zeit hatte schon eine mindestens 800-jährige Tradition als Augustinus sich mit ihr befasste. Angefangen hatte sie mit Platon, der in seinem kosmologischen Werk Timaios die Zeit als das bewegliche Abbild der Ewigkeit vorgestellt hatte. Aristoteles zeigte in seinem naturwissenschaftlichen Werk Physik den kontinuierlichen Charakter der Zeit und ihren Wesenszusammenhang mit der Bewegung. Plotin entwickelte in seinen Enneaden III Buch 7 die Vorstellung, dass die Zeit nur von der Ewigkeit erklärbar sei. Auffällig ist bei diesen drei genannten Untersuchungen die Einordnung der Überlegungen zur Zeit in ein naturwissenschaftliches Werk. Wie seltsam mutet da Augustinus’ Einbettung der Zeittheorie in seinem Werk Confessiones an. Daher scheint es dem Verfasser hier nicht angebracht zu sein, ausschließlich naturwissenschaftlich zu fragen, ‚was ist Zeit?’ für Augustinus, sondern vielmehr ‚was bedeutet Zeit?’ für Augustinus.

Die hier vorliegende Arbeit verwendet als Textgrundlage die von Kurt Flasch und Burghardt Mojsisch herausgegebenen und übersetzten Bekenntnisse von Augustinus. Die im Text angegebenen römischen Zahlen beziehen sich auf das jeweilige Buch der Confessiones, die nachfolgende arabische Ziffer auf das in diesem Buch hinweisende Kapitel.