Confessiones

Start Einleitung Zielrichtung der Confessiones Das Wesen der Zeit Die Ewigkeit und die Zeit Der caelum caeli - der Ort der Zeitüberlegenheit Schlussbetrachtung

Zielrichtung der Confessiones

Mit den Confessiones wollte sich Augustinus zu seinem Gott bekennen. Sie „sind ein bekennendes Reden vor Gott, zu Gott und mit Gott.“ Es gleicht an vielen Stellen einem Hymnus an die Barmherzigkeit und die Güte des Christen-Gottes. An die Gnade Gottes richtet sich denn auch Augustinus öffentliche Beichte seines Lebens mit all seinen Verfehlungen, Sünden, Abirrungen und Verbrechen. Durch seine Selbstbezichtigung und -anklage meinte Augustinus die Erlösung durch Gott zu erreichen. Dieses Ziel war seiner Meinung nach nur in Demut vor Gott und durch die Gnade Gottes zu erreichen. Es ist diese Auffassung, die ihn von den antiken Philosophen unterscheidet. Denn hierin liegt Augustinus Kritik z.b. an Platon. Dessen Stolz auf seine gefundene Wahrheit (die Idee des Guten) und das mangelnde Eingeständnis in eigene Verfehlungen wären es gewesen, das eigentliche Ziel, an der Weisheit Gottes teilzuhaben, letztendlich nicht zu erreichen. Meijering sagt dazu, „dass die Platoniker zwar Richtiges zur Ewigkeit Gottes sagen, es aber nicht in der rechten Weise tun, da sie nichts von der Erscheinung des ewigen Gottes in der Zeit, nämlich in der Menschwerdung wissen wollen.“ Aus dieser Perspektive sind die Lobpreisungen Augustinus auf die Erhabenheit Gottes zu bewerten.

Dennoch geht es Augustinus nicht um die Erstellung seiner Autobiografie, obwohl er markante Punkte seines Lebens nennt, wie z.b. die anfängliche Distanzierung zur christlichen Kirche und den Einfluss der Manichäer auf sein Denken bis hin zur Zuwendung zur katholischen Kirche. Als Bestätigung sollte hier der Hinweis genügen, dass die biografischen Angaben im IX. Buch mit dem Tod seiner Mutter enden und auch der Hinweis von Grotz, dass die Reflexionen zu einem berichteten Ereignis mehr in den Vordergrund treten, als das eigentliche Ereignis. Vielmehr geht es Augustinus darum, die These seiner Gnadenlehre, in der nicht mehr das Wissen, sondern alleine die Gnade Gottes selbst den völlig Unwissenden erlösen kann, aufzuzeigen. Diese These „wirkt als Organisationsprinzip der vielfältigen Aspekte“ der Confessiones. Aber Flasch weist auch daraufhin, dass die Confessiones exemplarisch die Rückkehr der Seele zu ihrem Ursprung beschreibt. Mit diesen Meinungen ist aber nicht hinreichend erklärt, warum in den Büchern XI-XIII eine Exegese der Schöpfungsgeschichte (Kapitel Genesis 1,1-2,3) den Lebensbeschreibungen Augustinus folgt.

Die Frage nach der Einheit der Confessiones hat viele Philologen, Theologen und Philosophen beschäftigt. Mit den Untersuchungen Knauers „fand die Forschung zuerst nur einen Konsens in der Anerkennung ihrer formalen Einheit.“ Feldmann sieht die Confessiones als einen christlichen Protreptikos. Mit dieser Mahnrede sollten die Menschen aufgeweckt werden, sich zu Gott bekennen. Weiter sieht Feldmann in den letzten drei Büchern eine Verteidigungsschrift der heiligen Bibel gegenüber den Manichäern, in denen das XI. Buch die Unterscheidung ziehen soll zwischen Augustinus unveränderlichen Gott und den veränderlichen Gott der Manichäer. Für das XII. Buch findet Feldmann eine Gelehrtendiskussion, die schließlich in das XIII. Buch mündet und dort die „unerschöpfliche Tiefe“ der Bibel zeigt.

Die Überlegungen des Verfassers dieser Arbeit zur Gesamtkonzeption folgen den Aussagen Feldmanns zu Knauers Annahme der „Dreiteilung der Confessiones in ‚memoria’- (1-9), ‚contuitus’- (10) und ‚expectaio’-Teil (11-13)“. Die Bücher I-IX stellen den Rückblick auf Augustinus Leben da; das Buch X beschreibt die Gegenwart in einer Bestandsaufnahme seines Bewusstseins; die letzten drei Bücher XI-XIII behandeln philosophisch die Zeit und die Genesis.

Systematisch ist der expectaio-Teil in drei Teile geteilt. Während im Buch XI Augustinus die Zerrissenheit des Menschen in der Zeit aufzeigt, weist das XII. Buch das Ziel als Ort des caelum caeli aus dieser Zerrissenheit auf, um dann im letzten Buch die Ruhe als Zielpunkt der Heimkehr zu Gott zu zeigen. Hierfür benötigt Augustinus die Erklärung der Zeit, der Ewigkeit und des caelum caeli.

 

 

 

 

 

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